Meerschweinchen sind eine sehr bunte Angelegenheit

Pigmente

Es ist immer viel die Rede von Pigmenten. Beim Säugetier geht es dabei in erster Linie im Melanine, dass in den farbbildenden Melanozyten in der Haut gebildet wird. Es handelt sich um zwei Arten von Melanin. Das schwarz-braune Eumelanim und das rot-gelbe Pheomelamin. Je nach Auftreten und Mischungsverhältnis der Melanine fällt die Farbe aus.

Viele Farben mit wenigen Buchstaben

Es gibt derzeit 11 bekannte Gengruppen mit denen über 5.000 genetische Farben möglich sind. Sichtbar zu unterscheiden sind nur sehr wenige davon. Alleine schon 108 genotypische (genetisch unterschiedliche Farben (ohne alle spalterbig möglichen Unterschiede zu beachten)) einfarbige Farbschläge, die zum Teil nicht phänotypisch (optisch) zu unterscheiden sind. Die meisten gut informierten Meeri Freunde kommen gerade mal auf 11 Farben. Wer sich schon mal näher mit den Farben beschäftigt hat wird auf 60 potentielle Farben kommen. Tatsächlich sind es weniger die sich wirklich optisch unterscheiden lassen.

Dazu kommen jetzt noch die Wildfarben, Muster und Zeichnungen in sehr vielen Kombinationen. Damit es aber nicht langweilig wird kommen dazu noch jede Menge genotypische Spalterbigkeiten.

Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht verschreckt. Es ist gar nicht so viel und viel weniger schlimm, als es sich anhört. Es sind nur 11 Gengruppen, die diese erschreckenden Zahlen verursachen. Wenige Buchstaben räumen mit den Zahlen ganz schnell auf. Um das ganze anschaulich zu machen, gibt es nachher auch ganz viele Bilder.

Zu den Buchstaben sei gesagt, dass die großgeschriebenen immer dominant gegenüber den kleingeschriebenen sind. Handelt es sich um eine dominante Vererbung, bezeichnen die großen Buchstaben immer die Farbgebenden Allele. Bei rezessiver Vererbung tritt die Farbe nur auf, wenn die kleingeschriebenen Allele (im Idealfall) reinerbig auftreten. Dann gibt es aber oft noch unvollständig dominante / rezessive Gene. Diese sind durch hochgestellte zusätzliche Buchstaben kenntlich gemacht. Ab hier ist das alles nur noch eine Fleißfrage. Die Buchstaben, ihre Bedeutung und ihre Einflussnahme Untereinander muss man einfach auswendig lernen.

 

Die Basis

Agouti steht als Oberbegriff für die Wildfarbigkeit. Deshalb stehen die Allele A, ar, at und a auch für die 3 Wildfarben und die Einfarbigkeit.

AA ist reinerbig für Agouti. Aber auch die Spalterbigkeit auf Aar, Aat und Aa zeigt immer die Agouti Farbe. Jedes einzelne Haar der Körperoberseite ist zweifarbig geringelt. Es hat einen Haaransatz bis über die Hälfte der Länge (Unterfarbe) aus der schwarzen Farbreihe. Dem folgt ein Band in der roten Farbreihe (Deckfarbe) und dann wieder auf der Haarspitze ein Ticking in der Farbe der Unterfarbe. Am Bauch fehlt das Ticking der Haarspitzen. Sie bestehen aus der Unterfarbe und dem Tipping, der Haarspitze in der roten Farbreihe.

AA = reinerbig auf Agouti

Aar = Agouti, spalterbig auf Solidagouti

Aat = Agouti, spalterbig auf Loh-Zeichnung

Aa = Agouti, spalterbig auf Einfarbigkeit

Schwarz-Rot-Agouti

Schwarz-Creme-Agouti Creme Weiß

Schwarz-Weiß-Agouti

Schoko-Weiß-Agouti

arar bildet Solidagouti aus. Solidagouti sieht dunkler aus als Agouti, weil die Unterfarbe schmaler ausfällt. Dafür zeigt der Bauchstreifen, im Gegensatz zum Agouti, Ticking. Als Eselsbrücke kann man sich den Namen Rundum-Agouti merken. Die Spalterbigkeiten arat und ara sind optisch nicht von der Reinerbigkeit arar zu unterscheiden, obwohl ich schon gehört habe, das sich arat als schlechtes Agouti zeigen soll.

arar = reinerbig auf Solidagouti

arat = Solidagouti, spalterbig auf Loh-Zeichnung

ara = Solidagouti, spalterbig auf Einfarbigkeit

Schoko-Buff-Solidagouti Buff Weiß

arar

Die Bänderung des einzelnen Haares ist schmaler als die beim Agouti.

atat und ata sind verantwortlich für die Loh-Zeichnung. Loh zeigt sich durch eine Brille (Augenringe), der Nasen- und Kinneinfassung, den breiten Bauchstreifen (Tippingband) und wird durch Ohren- und Zehenflecken mit Fußzeichnung vervollständigt. Das Tippingband besteht aus der Unterfarbe und der Deckfarbe ohne Ticking. Das einzelne Haar ist also zweifarbig. Das obere Körperfell ist einfarbig in der schwarzen Farbreihe

atat = reinerbig auf Loh-Zeichnung

ata = Loh-Zeichnung, spalterbig auf Einfarbigkeit

Schwarz-Rot-Loh Rot Weiß

 

Blau-Amber-Loh & Schwarz-Rot-Loh BT

Die Genetik aa zeigt keine Wildfarbe und kann sie auch nicht vererben. Alle Haare sind von Ansatz bis Spitze einfarbig, unabhängig von der Farbreihe.

aa = reinerbig auf Einfarbigkeit

Gold d.e. & Schwarz Rot Weiß

aa

Schoko Gold Weiß

aa

Besonderheiten:

Der Agouti Auslöscher ist ein Phänomen, das in der Farbmauszucht schon lange bekannt ist und vermutlich auch bei Meerschweinchen auftritt. Es betrifft bekanntermaßen Agouti und Solidagouti. Verpaart man Agouti mit Agouti und es fällt No-Agouti, geht man bei beiden Elterntieren von einer Aa oder ara Spalterbigkeit aus. Fällt aber nun in der Verpaarung mit einem anderen No-Agouti aus einer Agouti Verpaarung wieder ein Agouti, was genetisch nicht möglich sein sollte, war der Agouti-Auslöscher beteiligt. Wenn das in einer Agoutizucht auftritt, sollte es unbedingt in den Stammbäumen vermerkt werden. Noch besser ist es dieses Phänomen züchterisch zu untersuchen und zu erforschen.

 

Das Brown-Gen, B und b bestimmt die schwarze Farbreihe

BB steht immer für die reine Grundfarbe Schwarz und Rot. Es zeigt die stärkste Ausprägung des Eumelanin.

Bb ist Schwarz, bzw. Rot und spalterbig auf Schoko, bzw. Gold. Schon die Spalterbigkeit verschlechtert die Farbqualität. kommen weitere Aufhellungen dazu, spricht der Züchter von "Asche Mandarine Schnee". Nicht nett, aber treffend.

Schwarz

aa BB

"Asche-Mandarine-Weiß"

aa B? C? DD epep P? Ss

bb macht aus Schwarz Schoko und aus Rot Gold. Die Augen haben *Glut* und werden häufig mit Feueraugen verwechselt.

Schoko Gold Weiß

bb

Schoko Gold Weiß

bb

 

Extension mit den Allelen E, eP und e. Extension bestimmt die Zulassung der zweiten Farbe und dessen Form. Also ob beide Farbreihen oder nur eine Sichtbar ist. Extension ist jedoch nicht dafür verantwortlich, wie die Farbverteilung aussieht. Das wird von weiteren Genen gesteuert, die für die Meerschweinchen Zucht wohl noch nicht entschlüsselt wurden. Zumindest weiß ich nichts darüber und konnte auch noch nichts dazu finden.

EE ist reinerbig auf die schwarze Farbreihe, außer in Form von Wildzeichnung (siehe Agouti) wird kein roter Farbton zugelassen.

EeP erzeugt spalterbige wild- und einfarbige Tiere aus der Schwarz-Reihe. Diese Tiere können (neben der Wildfärbung) Spuren von Rot tragen. Diese Genetik gilt für Flächen Scheckung, Brindle.

Ee ist spalterbig auf Rot (und seine Aufhellungen), erscheint aber in der Regel ohne jede sichtbare Spur von Rot.

ePeP sind reinerbig gescheckte Tiere. Im Idealfall sind schwarze und rote Farbreihe. Diese Genetik gilt für Flächen Scheckung, Brindle.

ePe zeigt ebenfalls schwarze und rote Farbreihe gleichzeitig. Diese Genetik gilt für Flächen Scheckung, Brindle.

ee macht einfarbige Tiere aus der Rot-Reihe, die evtl. unsichtbar Wildfarben tragen können.

EE

Ee & Eep

epep

epep

epe

ee

 

Kreuzungs-Bespiele:

Reinerbig Schwarz x reinerbig Gold d.e.

Die F1 Generation endtäuscht die Züchter ohne Genetik Wissen maßlos. In der F2 wird es dann auf einmal farbenfroh.

Schwarz, spalterbig auf Scheckung x Schwarz, spalterbig auf rote Farbreihe; beide Schoko Träger

Schwarz x Rot, wenn Schwarz spalterbig auf Scheckung ist.

 

Weiß Scheckung

Das Selfcolor Gen nichts mit dem Weiß der Chinchilla Aufhellung zu tun hat. Die Allele sind S und s.

SS = keine Weißscheckung

Ss =  kann eine Weißscheckung bis zu 50% zeigen, muss aber nicht. Es ist genauso möglich, das nicht ein einziges weißes Haar auf dem Schweinchen zu finden ist.

ss = zeigt eine Weißscheckung von mindestens 50%, oft darüber hinaus.

Ss

        zeigt kein einziges weißes Haar, vererbt es aber   

Ss

hat weinige weiße Haare zwischen den Ohren

Ss

zeigt ca. 50% weiße Haare

 

ss

hat nur einen roten Kopf

ihre Eltern sind links oben und unten abgebildet

Das Selfcolor Gen ist nur dafür zuständig Weiß Scheckung zu zulassen. Es ist nicht verantwortlich dafür, wo die Weißen Farbfelder liegen. Dafür sind, wie bei anderen Tierarten schon züchterisch bewiesen, weitere Gene notwendig. Beim American Crested und Holländer scheint die Weiß Scheckung bekannten Formen zu folgen.

American Crested

mit unerwünschten Nasenfleck

Holländer

 

 

Die Aufhellungen

Das Chinchilla Gen ist ein Verdünnungsfaktor das auf alle Farben der Schwarz- und Rot-Reihe unterschiedlich wirkt. Die Allele sind C und die c-Mutationen ck, cd, cr, ca. Hierin sind auch die Gene für Zeichnungen Marder und Himalaya enthalten.

Variationen von Chinchilla auf ee

CC und Cckdra verändern weder Schwarz noch Rot im Phänotyp nennenswert. (Achtung, für Slateblue, Coffee, Lilac und Beige wird zusätzlich das Pale-Gen benötigt!)

C = ist die dominante Version und führt zu stärksten Ausprägung des Pheomelamin.

ck = ist zwar als Gen bekannt, scheint in der Meerschweinchen Zucht aber keine Bedeutung zu haben oder kommt gar nicht vor. Deshalb werde ich es nicht weiter berücksichtigen.

cd = verdünnt Rot und Gold zu Buff, wirkt sich nicht nennenswert sichtbar auf Schwarz und Schoko aus

cr = verdünnt Rot und Gold zu Weiß, wirkt sich sichtbar auf die Unterfarbe von Schwarz und Schoko aus

ca = verdünnt Rot und Gold zu Weiß mit rot erscheinenden Augen, wirkt sich auch auf Schwarz und Schoko aus und führt zu Himalaya Zeichnung

c und cc entspräche echtem Albinismus und kommt beim Meerschweinchen nicht vor.

Im Einzelnen bedeutet das für die Rotreihe:

CC = Rot und  Gold

Ccd = spalterbiges Rot und Gold, trägt Buff

Ccr = spalterbiges Rot und Gold, trägt Weiß = phänotypisch falsches Buff

Cca = spalterbiges Rot und Gold, trägt Himalaya = phänotypisch falsches Buff

Schwarz Rot Weiß

BB CC epe PP

Schoko Gold Weiß

bb CC epe? P?

Gold d.e.

bb Ccd ee Ppr

Gold f.e.

bb CC ee prpr

cdcd = reinerbiges Buff

Buff d.e.

bb cdcd ee PP

Buff d.e.

bb cdcd ee P?

cdcr = spalterbiges Creme

cdca = spalterbiges Creme, trägt Himalaya

Creme California-Schoko

bb cdcr ee Kk P?

Creme California-Schoko

bb cdca ee P?

crcr = reinerbiges Weiß

Weiß California-Schoko

bb crcr ee PP

(Blau) Weiß d.e.

Bb crcr dd ee P?

crca = spalterbiges Weiß, trägt Himalaya und macht auf mit E* Sable (Marder)

Weiß d.e.

bb crca ee P?

Weiß d.e.

bb crca ee P?

caca = reinerbiges Weiß mit rot erscheinenden Augen und macht auf mit E* Himalaya

Himalaya Schwarz

caca ee PP

Weiß r.A.

caca ee P?

Besonderheiten:

1) In allen Seminaren die ich bisher besucht habe, wird gesagt, das es optisch nicht feststellbar ist, ob ein Tier cr oder ca trägt. Meine züchterischen beobachten haben mir das Gegenteil bewiesen. Und das unabhängig in das weiße Schweinchen rein Schoko oder "nur" spalterbig auf Schoko ist. Bei reinerbig für die Schwarze Frabreihe, unabhängig ob mit oder ohne Blau, kann ich das (noch) nicht sagen. Fakt ist jedenfalls, das cr und ca die Augenfarbe beeinflussen. Auf weißen Tieren mit Bb und bb wirkt crcr nicht nennenswert aufhellend. Sie haben dunkle Augen die von Schwarz bis dunkel Braun reichen. Bei crca werden die Augen heller und zeigen mehr Glut, was sich bei genauem Betrachten in einen hellen Braun mit olivfarbenem Ton oder sogar mit einem Violett bis blauem Schimmer zeigen kann. Schweinchen mit caca haben richtig rote Augen.

2) Führt ein Meeri das selber Rot oder Gold ist, oder keine Rote Reihe zeigt, in seinen Ahnen Tiere die die Farbe Buff trugen, wird es als Buff Träger bezeichnet. Sind Tiere in Weiß vorhanden, wird es als Weiß Träger bezeichnet. War Himalaya oder Weiß p.e. aber keine Pale Aufhellung beteiligt, spricht man vom Himalaya Träger. Finden sich im Stammbaum Tiere mit der Farbe Creme, werden die Nachfahren als Creme Träger bezeichnet, bis man weiß ob es sich um cd, cr oder ca handelt.

 

 

Das Dilute Gen im Meerschweinchen wurde in Dänemark entdeckt, weshalb es als Danish-Blue  bekannt wurde. Mittlerweile wird es als Blau bezeichnet und mit dem Allelen D und d benannt. Es wirkt sich auf die schwarze und rote Farbreihe aufhellend aus und macht die Farben „kälter“ als sie ohne das Dilute Gen erscheinen.

DD = ist nie Blau.

Dd = ist ein Blau-Träger, aber nicht Blau

dd = ist Blau.

Blau

"Braun"

Amber

"Bronze"

"Mandarine"

"Mandarine"

Champagner

Champagner

Weiß d.e.

Weiß

 

Das Pale ist das Gen, ist  hauptsächlich für die Augenfarbe zuständig. Es wirkt sich aber auch aufhellend auf alle Farben der schwarzen Farbreihe aus. Die Allele sind P, pr und p.

PP lässt die Augen dunkel bleiben. Auch mit Ppr und Pp bleiben die Augen dunkel, hellt Schwarz und Schoko aber minimal auf.

BB EE PP

BB ee PP

bb Ee PP

bb ee Ppr

prpr ist für Feuer-Augen verantwortlich und macht aus Schwarz Slateblue und aus Schoko macht es Coffee. Im Rassestandard werden die Augen als dunkel bezeichnet.

Slateblue Gold Weiß

Coffee Gold

prp ist für Rubin-Augen zuständig und macht aus Schwarz Slateblue und aus Schoko macht es Coffee. Im Rassestandard werden die Augen als dunkel bezeichnet. Die Tiere sind spalterbig auf Lilac oder Beige. Diese Genkombination steht im Verdacht in Verbingung mit Rotzeichnung und Weißscheckung Quadrifoglio (Vierfarbigkeit) zu produzieren. Ziemlich sicher macht es Schweberfarben und zwei aufgehellte Farben der selben Basis auf einem Tier. Unser Dohosan zeigt sogar 3 Schwarzaufhellungen gleichzeitig.

Vater und Sohn in Hell-Dunkel Slateblue und Hell-Dunkel Lilac

pp lässt die Augen rot werden und macht aus Schwarz Lilac und aus Schoko macht es Beige.

Lilac

Beige

Besonderheit:

Das Pale-Gen, das die Augenfarbe bestimmt, und darüber die schwarze Farbreihe dominiert, macht aus Agouti und Solidagouti die Farben Argente und Solidargente. Das Pale-Gen löscht in der rezessiven Form das Ticking aus und hinterlässt lediglich das Tipping.

Slateblue-Gold-Argente

Blick ins Fell

Beige-Gold-Argente

Im Langhaar bleibt das Gold nur im Gesicht sichtbar

 

Die „Masken“ Zeichnungen

Himalaya und Sable (Marder)

Himalaya sind genetisch Tiere der schwarzen Farbreihe, die durch den Chinchilla-Faktor caca zu Weiß aufgehellt wurden. Die Points beginnen sich nach ein paar Tagen zu entwicheln. Die Kaltzeichnung betrifft die Bereiche des Körpers, die durch geringere Durchblutung kälter sind. Also die Ohren, Füße und Nase. Es ist gut zu beobachten, das die Points bei Kälte beutlicher und satter sind, als bei Wärme. Bei älteren Tieren kann es vorkommen, dass sie eine rauchige Rückenlinie bekommen. Das ist unerwünscht, schließlich sollen sie weiß mit Points sein und nicht dreckig-weiß mit Points. Himalaya haben immer rote Augen, die nichts mit der Pale-Aufhellung zu tun haben.

Sable / Marder sind farbige oder halbe Himalaya. Je nachdem von welcher Seite man das nun betrachtet. Das ist wie mit dem halben Glas Wasser. Ihre Genetik entspricht zur Hälfte der des Himalaya (ca), die andere Hälfte (cr) will man im Himalaya aber auf keinem Fall haben, da es dann nicht zur Ausprägung der typischen Färbung kommt. Hier kommt es gelegentlich vor, das die nicht immer gut sichtbaren Points schon sehr früh erkennbar sind, oder erst im Alter zufällig entdeckt werden. Die Geburtsfarbe der Sepia-Babys liegt irgendwo zwischen Schokolade mit erstaunlich dunklem Hautpigment und nicht richtig Schwarz. Mit der Zeit dunkeln sie zu schwarz mit schlechter Unterfarbe nach. Schoko-Sable sind uns noch nicht geboren. Deshalb kann ich hier nichts dazu sagen.

Jungtiere

Himalaya Blau, Himalaya Schwarz, Himalaya Blau

hell Sepia-Sable

vor der Point Bildung

Himalaya Schwarz

mittel Sepia-Sable mit vollen Points

Himalaya Schoko

 

Sepia-Sable

das rote Auge kommt vom Blitz

 

Ein weiteres Masken-Gen ist das dominante California Gen mit den Allelen K und k. Die Tiere werden ohne Points geboren. Es dauert, im gegensatz zum Himalaya, etwas länger bis sie sichtbar werden. Oft 3 bis 8 Wochen und ganz selten länger. Tritt das Gen reinerbig auf, überzeichneten die Tiere können im Alter (nahezu) vollständig in Maskenfarbe durchfärben sein. Sie färben auch schneller. Die Points zeigen sich als birnenförmiger Nasenfleck, hoch gezeichnete Beine, in Maskenfarbe pigmentieren Ohren mit einigen entsprechend gefäbten Haaren und einen Kehlfleck (der mir bisher noch nicht aufgefallen ist).

Entgegen dem, was gesagt wird und auch im MfD Standard steht, sind die Points des California keine Kältezeichnung. Sie folgt einer föllig anderen Genetik.

KK = reinerbiges California / Siam 

Kk = spalterbiges California bildet eine schön und klar begrenzte California-Maske

kk = zeigt keine Maske und vererbt sie natürlich auch nicht

Jungtiere von 6 Wochen

2 California, 1 Siam

Buff, Creme und Weiß

California-Schoko

Creme California-Schoko (Vater im Alter von 1 1/2 Jahren)

Kk

Buff Siam-Schoko (Sohn im Alter von 3 Monaten)

KK

Das Zuchtziel sollten Tiere sein, die eindeutig als California zu identifizieren sind. California mit Weiß oder Farb Scheckung oder gar in die schwarze Farbreihe zu ziehen macht wenig bis keinen Sinn. Hier ein paar vergleiche vom Jungtier zum erwachsenen Tier.

 

Dapple wirkt nur auf die Schoko-Reihe. Es hellt Schoko zu einem melierten Grau auf. Dabei werden einige Haare zu fast weiß, andere zu teilweise Weiß und einige gar nicht aufgehellt. Diese Farbe ist nur auf Schoko und in Verbindung mit (evtl. unsichtbarem) Gold möglich. Es setzt also eine Genformel von bb C? P? voraus. Auf Chinchilla und Pale Aufhellungen ist Dapple nie sichtbar. Tiere dieses Farbschlags und bei BB und Bb können Dapple also unsichtbar tragen. Die Allele sind Wd und wd.

Liegt das Schoko Feld auf der Nase, kommt es bei dieser Zeichnung ebenfalls zur Masken Bildung. Auch hier wird immer wieder von Kältezeichnung besprochen, was ich nicht bestätigen kann. Die Points liegen auf der Nase und den Füßen, wenn da Schoko Felder sind.

WdWd = keine Aufhellung.

Wdwd = keine Aufhellung, aber spalterbig.

wdwd = führt zu melierter Weißaufhellung in den Schoko Feldern.

 

Weitere Zeichnungen

Das Schimmel und Dalmatiner Gen Roan ist etwas Besonderes. In ihm verbirgt sich der Lethal-White-Faktor, der zu schweren anatomischen Störungen bis zur Lebensunfähigkeit führt. Deshalb dürfen nie Schimmel und / oder Dalmatiner untereinander verpaart werden. Die Allele sind Rn und rn.

RnRn = ist Lethal White

Rnrn = macht Schimmel und Dalmatiner

rnrn = ist kein Schimmel oder Dalmatiner

Genauso ist Weiß Scheckung und Weiß Färbung in Schimmeln und Dalmatinern unterwünscht, weil dadurch Schimmel verschleiert werden kann. Wobei eine Blesse durchaus erwünscht ist.

Ein anderes Phänomen ist die Vermischung der Zeichnung von Schimmel und Dalmatiner.

Dalmatiner Schoko

Schimmaltiner Schwarz Rot Weiß

 

Versilberung

Dieses rezessive Farbphänomen fürht zu einer veränderlichen, stichelhaarigen Aufhellung auf allen Farben.

SiSi = keine Aufhellung.

Sisi = keine Aufhellung, aber spalterbig.

sisi = führt zu melierter Weißaufhellung.

Viele haben von gehört, doch kaum einer hat es je gesehen. Im April 2017 erwarb ich Posh Spice aus dem Inkareich. Sie wurde als Blau Amber Weiß angeboten und sah aus wie Champagner. Ich freute mich wie Bolle. Tja, ein Satz mit X, datt war wohl nix. Gautier war mein erster Silberling. Darauf habe ich es gezielt hervorgerufen um es zu beobachten. So toll es aussehen kann, so unzuverlässig ist es auch. Ich halte es für Spannend dieses Phänomen weiter zu beobachten. Vielleicht lässt es sich doch zu einer stabilen Zeichnung, ähnlich dem Dapple, festigen.

Ultimato - Sabrinas Lieblinge

Posh Spice aus dem Inkareich

Hier ein paar Beispiele für Versilberung auf Blau und Amber:

Gautier von der Kugelsburg, Sohn und Urenkel von Ultimato - Sabrinas Lieblinge, wurde mit kaum sichtbarer Versilberung geboren. Dann nahm sie so deutlich zu, das es an die Zeichnung eines Dapple erinnerte. Im erwachsenen Alter ist es nicht mehr sichtbar.

Lambada von der Kugelsburg, eine Tochter von Ultimato - Sabrinas Lieblinge und Posh Spice, wurde in wunderschönem kräftigen Blau und dunkelm Amber geboren. Und dann ging der Farbwechsel los. Erst wirklte es als würden ihr Haare fehlen, dann erkannte man deutlich weiße Strähnen im Amber. Später dunkelte sie wieder nach, wurde jedoch nicht wieder wie zu Anfang. Auf der Tischschau zeigte sich, das auch das Blau ganz gleichmäßig mit silbrig-weißen Haaren durchsetzt ist.

Zini von der Kugelsburg, eine Tochter von Gautier und Lambada, zeigt dasselbe sichtbare Phänomen im Amber und kaum im Blau.

 

Naruto von der Kugelsburg, ein Sohn von Gautier, führt Ultimato - Sabrinas Lieblinge 3x und 1x Posh Spice in seinem Stammbau. Naruto zeigt Versilberung im Blau und Amber von Geburt an. Im Amber dunkelt er aber deutlich nach. Ich gehe davon aus, das es auch im Blau wieder weg geht. 

 

 

Farbphänomene

Quadrifoglio (Vierfarbigkeit) ist ein Phänomen, das wir züchterisch über die Spalterbigkeit des Pale Gens bei prp über sogenannte Schweber reproduzieren konnten. Schweberfarben sind zwei aufgehellte Farben derselben Basis auf einem Tier. Also Slateblue und Lilac oder Coffee und Beige. Kommen zu dieser Schwebereigenschaft der schwarzen Farbreihe nun eine Scheckung der roten Farbreihe und der Weiß Scheckung dazu, hat man Quadrifoglio.

Diese Genetik ist in anderen Farben bisher nicht zu bestätigen.

Vater und Sohn in Hell-Dunkel Slateblue und Hell-Dunkel Lilac

 

Von Mosaik oder Chimäre spricht man, wenn auf einem Tier zwei Farben auftauchen, was nach logischen Erklärungen der Farbengenetik gar nicht möglich sein sollte.

Definition

Bei einer Chimäre handelt es sich um ein Lebewesen, das aus Zellen verschiedener genetischer Herkunft besteht, wobei den genetisch differenten Zellen Immuntoleranz vom Organismus entgegengebracht wird.

Dabei ist die Herkunft der genetisch verschiedenen Zellen von Bedeutung: Entstammen sie ein und derselben Eizelle, so spricht man von einem Mosaik.

Nur wenn sie zwei verschiedenen Eizellen entspringen, wird das daraus entstandene Lebewesen als Chimäre bezeichnet. Der Begriff Chimäre bezieht sich auf Menschen, Tiere und Pflanzen.

Quelle: DocCheck Flexikon

Beispiele für Mosaik:

 

Verschwindendes und veränderliches Dapple, auch falsches Dapple genannt, ist ein Phänomen über das der Mantel des Schweigens liegt. Ich finde es wichtig, es anzusprechen und zu zeigen.

Das Dapple heller oder dunkler werden, als sie bei Geburt waren, ist häufig zu beobachten. Aber kaum ein Züchter gibt zu, dass dieses nachdunkeln bis zum Verlust der Zeichnung führen kann. Woran das liegt, ist nicht bekannt, aber es wird intensiv beobachtet.

Jungtier Bild oder bei Einzug erwachsenes Tier

 

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